Kapitän Gensheimer: Feuer bei den Fans entfachen

Foto: Sascha Klahn/DHB

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Er wird als Kapitän am Donnerstag (18.15 Uhr, ab 18 Uhr live im ZDF) die deutsche Nationalmannschaft im EM-Eröffnungsspiel gegen das vereinte Team Korea aufs Feld führen: Uwe Gensheimer.

Der gebürtige Mannheimer, der in der dritten Saison bei Paris Saint-Germain spielt, ist in Bestform, war in den finalen Tests bester DHB-Werfer. Im Interview mit dhb.de blickt der 32-Jährige voraus auf die WM, aber auch zurück auf 2007, wo er ganz nah dran am Titel war.

Zwei deutliche Siege gegen Tschechien und Argentinien und insgesamt 18 Tore von Ihnen – besser hätten die finalen WM-Tests aus Ihrer Sicht doch nicht laufen können?
Uwe Gensheimer: Ja natürlich, es läuft gut. Ich profitiere immer dann von unserer Spielweise, wenn wir über die schnelle Mitte und Gegenstöße kommen können, und das war in der Schlussphase gegen Tschechien und fast im ganzen Spiel gegen Argentinien der Fall. Und in beiden Spielen profitieren wir natürlich von unserer tollen Abwehr- und Torwartleistung.

Sie sind also froh, dass es endlich losgeht?
Uwe Gensheimer: Ja, auf jeden Fall. Ich bin auch direkt von Kiel nach Berlin gereist. Wir haben gesehen, wie viel Potenzial im Team steckt, wir haben hohe Qualität, speziell in der Defensive, wo wir mittlerweile mehrere Formationen richtig gut draufhaben. Aber wir müssen natürlich noch an einigen Details arbeiten, denn die Spitzenspiele, die uns bei der WM erwarten, werden durch Kleinigkeiten entschieden.

Wie empfanden Sie die Atmosphäre bei den Spielen in Hannover und Kiel?
Uwe Gensheimer: Das war absolut schon WM-reif, das war zweimal sensationell, wie wir empfangen und unterstützt wurden.

Wie haben Sie in Ihrem Umfeld die WM-Begeisterung in den vergangenen Tagen und Wochen erlebt?
Uwe Gensheimer: Man wird von vielen Leuten angesprochen, es gab viele Interviewanfragen, es gab viele Marketingmaßnahmen rund um die WM. Aber ich habe dieses WM-Gefühl schon früher gespürt: Bei den Testspielen gegen Serbien in Leipzig und Dortmund und dann im Juni in München gegen Norwegen. Wenn man die Fans – wie auch in Hannover am Freitag – mit den schwarz-rot-goldenen Klatschpappen gesehen hat, wenn man diese Atmosphäre gespürt hat, dann konnte man sich vorstellen, wie es nun bei der WM sein wird. Spätestens da hatte ich schon viele Bilder im Kopf. Zudem haben wir es zuletzt bei der WM 2017 in Frankreich oder der EM 2018 in Kroatien erlebt, wie ein ganzes Land mit den Gastgebern mitgefiebert hat – das erhoffen wir uns jetzt auch.

Aber sorgt eine Heim-WM nicht auch für den größtmöglichen Druck?
Uwe Gensheimer: Das kann in beide Richtungen gehen. Es wäre natürlich ein Traum, wir könnten auf einer solchen Welle der Begeisterung reiten wie die deutsche Nationalmannschaft im Jahr 2007. Es ist klar, dass wir als Mannschaft erst einmal erfolgreich spielen müssen, um das Feuer bei den Fans zu entfachen, andererseits entsteht so ein Extra-Kick für jeden Spieler. Wenn ganz Deutschland in den nächsten Wochen über Handball spricht und uns die Daumen drückt, ist es alles andere als Druck.

Wie kann der Handball in Deutschland von einer erfolgreichen WM profitieren?
Uwe Gensheimer: Generell ist die Nationalmannschaft immer das Zugpferd, und Erfolge der Nationalmannschaft haben immer eine positive Ausstrahlung für den Sport, speziell jetzt, wo ARD und ZDF die Partien wieder für die breite Masse übertragen. Wir können jene Sportbegeisterten erreichen, die nicht jede Woche Handball schauen.

Sie haben 2007 angesprochen - wie haben Sie damals die WM-Spiele verfolgt?
Uwe Gensheimer: Ich stand als ganz junger Bursche sogar im erweiterten 28er Kader für die WM, wurde dann aber nicht nominiert. Ich habe die meisten Spiele am Fernseher verfolgt. Am Finalwochenende waren wir als Junioren-Nationalmannschaft bei einem Trainersymposium in Dormagen, aus dem aktuellen Team waren noch Steffen Weinhold und Martin Strobel dabei. Und da hat sich der heutige DHB-Vizepräsident Bob Hanning dafür eingesetzt, dass wir das Finale in der Köln-Arena verfolgen durften. Wir saßen direkt hinterm Tor und haben diese einmalige Stimmung förmlich aufgesogen. Das kribbelt heute noch, wenn ich daran denke.

Bei der WM 2019 führen Sie Deutschland als Kapitän aufs Feld - eine besondere Auszeichnung oder auch eine Bürde?
Uwe Gensheimer: Es macht mich sehr stolz, Kapitän der deutschen Mannschaft bei einer Heim-WM zu sein, und ich übernehme gerne die Verantwortung. Aber: Es kommt nicht auf mich oder andere einzelne Spieler an, es geht ums Team, denn jeder Spieler ist wichtig!

Als Ziel haben beide WM-Gastgeber das Erreichen des Halbfinales ausgegeben. Wie realistisch ist dieses Ziel?
Uwe Gensheimer: Natürlich wollen wir alle dorthin, aber ich denke lieber in Zwischenzielen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es nicht förderlich ist, zu weit zu denken. Bei der WM 2017 waren wir in der Vorrunde die beste Mannschaft, da haben wir schon überlegt, wer die Gegner im Viertel- und Halbfinale sein werden. Und gegen unseren Achtelfinalgegner Katar hatten wir ein paar Monate zuvor mit zehn Toren gewonnen. Und somit haben wir uns nicht aufs Wesentliche konzentriert - und sind ausgeschieden. Deswegen immer erst ans Hier und Jetzt denken, nicht daran, was Ende Januar sein könnte.

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