Hanau nach Sensation an Erlangen gescheitert

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Die HSG Hanau ist mit einem Paukenschlag in die Saison 2019/20 gestartet. Gleich im ersten Pflichtspiel im Rahmen des DHB-Pokals sorgte der Drittligist für eine Sensation, als man den klassenhöheren TV Hüttenberg mit 23:21 (10:10) in die Knie zwang und die 2. Runde im DHB-Pokal erreichen konnte.

Dort scheiterte man am Folgetag am Bundesligisten HC Erlangen mit 14:28 (7:13). Die Erlangener hatten sich zuvor gegen den ThSV Eisenach mit 30:23 (19:12) durchgesetzt.

Das hat so richtig Lust auf mehr gemacht. Nach einer eher durchwachsenen Vorbereitung, legte die HSG Hanau am Samstagabend in der Main-Kinzig-Halle gegen den TV Hüttenberg punktgenau den Schalter um und sorgte gleich zum Rundenstart für einen weiteren Meilenstein in der Klub-Historie. Bei der erst zweiten Teilnahme am DHB-Pokal erreichten die Grimmstädter erstmals die 2. Runde und sorgten für einen Traum-Einstand für Neu-Trainer Olli Schulz.

„Der Schlüssel zum Erfolg war der bedingungslose Wille. Die Mannschaft hat um jeden Ball gekämpft. Sie zeigte hohe Laufbereitschaft und ein gutes Zweikampfverhalten und lieferte dem TV Hüttenberg einen leidenschaftlichen Kampf. So hat sie schnell die Emotionen auf die Halle übertragen. Mit dem Publikum im Rücken hatten wir heute immer einen Mann mehr auf dem Feld", sagte Schulz nach der Partie.

In der Tat: Der „Blaue Block" der Hanauer brauchte trotz der langen Handballpause keinerlei Anlaufschwierigkeiten. Von Beginn an sorgten die Fans für die bekannt gefürchtete Hexenkessel-Atmosphäre und spielten Doppelpass mit der Mannschaft. Da passte es ins Bild, dass mit Matthias Schwalbe Daniel Wernig und Michael Malik gleich die drei Neuzugänge die ersten Treffer der Saison erzielten.

In der Folgezeit entwickelte sich ein echter Pokal-Fight. Die HSG tat sich im Angriff zunächst schwer und hatte es vor allem Michael Malik zu verdanken, dass man nicht höher in Rückstand geriet. Als es so aussah, als könnten sich die Hüttenberger beim Stande von 9:6 und 10:7 allmählich absetzen, schlug die Stunde von Sebastian Schermuly.

Der Keeper parierte plötzlich freie Bälle und Siebenmeter in Serie und sorgte dafür, dass der Glaube an die Sensation im eigenen Team immer größer wurde. Die HSG Hanau glich bis zur Pause zum 10:10 aus und legte im zweiten Abschnitt nach. Dank eines 5:0-Laufes führte man plötzlich mit 12:10. Diese Führung gab man bis zum Ende nicht mehr her. Immer wenn das Spiel zu kippen drohte, sorgte Schermuly mit spektakulären Glanzparaden für Entwarnung. Sensationell, wie er einen Siebenmeter-Heber im Rückwärtsfallen an die Latte lenken konnte.

Es war bis unter das Hallendach zu spüren, wie das Selbstbewusstsein bei Schermuly und seinen Vorderleuten von Minute zu Minute größer wurde. Über den Kampf kam man so auch nach und nach spielerisch zum Torerfolg. Malik war mit sechs Treffern der erfolgreichste Hanauer Schütze, gefolgt von Wernig und Strohl (jeweils 3). Als der 23:21-Erfolg feststand, kannte der Jubel um Matchwinner Schermuly keine Grenzen. Dabei hatte sich der HSG-Kapitän in den eigenen Reihen nicht nur Freunde gemacht. Eigentlich wollten sich Spieler und Fans nach dem Spiel in die Hanauer Partynacht verabschieden, doch plötzlich war allen Beteiligten klar, dass man keine 24 Stunden später am Folgetag im Finale gegen den HC Erlangen wieder ran muss.

Auch gegen den letztjährigen Bundesliganeunten hielten die Hanauer zunächst überraschend gut mit. Nach 21 Minuten führten die Favoriten lediglich mit 7:5. Doch zwei frühe Zweiminutenstrafen gegen das fleischgewordene Abwehrbollwerk Marc Strohl schwächten die HSG Hanau schnell und nachhaltig. Und auch die Glanzparaden des 220fachen deutschen Nationalkeepers Carsten Lichtlein taten ihr Übriges dazu. Zur Pause hieß es 13:7 für die Gäste, am Ende setzte sich Erlangen souverän mit 28:14 durch.

Die HSG Hanau wurde anschließend mit stehenden Ovationen von ihren Fans verabschiedet. Trainer Schulz setzte bis auf den angeschlagenen Björn Christoffel alle Spieler ein. Besonders gegen Erlangen verschaffte er den drei Youngstern aus dem A-Jugend-Bundesligakader Fabian Tomm, Henrik Graichen und Jonas Schneider viel Spielzeit. Die drei danken es ihrem Coach mit couragierten Auftritten.

Wie dieser tolle Pokalauftritt der Hanauer einzuordnen ist, dass wird sich am kommenden Samstag (19.30 Uhr, Sporthalle Dutenhofen, Wingertenstraße 3) zeigen. Dann müssen die Grimmstädter zum ersten Ligaspiel bei der HSG Dutenhofen/Münchholzhausen antreten. „Es wäre toll, wenn viele Fans mitkommen würden, damit wir wieder so eine tolle Unterstützung haben wie an diesem Pokalwochenende", appellierte Trainer Schulz an die Reisefreudigkeit des Blauen Blocks.

Das erste Heimspiel der bevorstehenden Drittliga-Saison findet am Samstag, den 31. August statt. Dann empfängt die HSG Hanau den TV Kirchzell um 20 Uhr in der Main-Kinzig-Halle.

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