THW Samstag in Veszprem gefordert

Foto: Lächler

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Dieses Auftakt-Programm in der VELUX EHF Champions League hat es wahrlich in sich: Nach dem 30:30-Remis gegen den letztjährigen "VELUX EHF Final4"-Teilnehmer PGE Vive Kielce bekommen es die Zebras jetzt auswärts mit dem Finalisten 2019, Telekom Veszprem, zu tun.

Und das nur 45 Stunden nach der schweren Auswärtspartie beim Bergischen HC in der heimischen Liga - ein neuerlicher Kraftakt für den THW Kiel. "Veszprem ist einer meiner Titelfavoriten", sagt THW-Kapitän Niklas Landin. "Die sind auf jeder Position dreifach topbesetzt, haben unglaublich viele internationale Top-Spieler im Kader." Anpfiff in der mit 5.019 Zuschauern ausverkauften "roten Hölle" Veszprem-Arena ist Samstag um 17:30 Uhr, Sky überträgt live aus Ungarn.

Das Tagesprogramm der Zebras an diesem Freitag: Frühstück im Hotel in Solingen, Abfahrt zum Düsseldorfer Flughafen, Flug nach Wien und anschließend mit dem Bus gut zwei Stunden weiter nach Veszprem. Dort steht am Abend dann die abschließende Einheit in der Veszprem-Arena auf dem Plan, die - einen Tag vor dem Match - die Kieler mit nahezu gespenstischer Ruhe empfangen wird. Mit dieser ist es Samstagnachmittag aber vorbei: 5019 Fans in Rot werden mit ihren Tröten und Gesängen wieder einen infernalischen Lärm entfachen.

"In Veszprem ist es so laut, dass man auf dem Feld sein eigenes Wort nicht versteht", sagt Niclas Ekberg. "Da muss man in der Kommunikation mit den Mitspielern kreativ sein." Der THW-Rechtsaußen weiß noch, wie man in der "Stadt der Königinnen" gewinnt: Gemeinsam mit Patrick Wiencek, dem heutigen Co-Trainer Christian Sprenger und Trainer Filip Jicha war der Schwede beim bisher letzten Auswärtssieg mit von der Partie. Dieser liegt allerdings schon mehr als sechs Jahre zurück: Am 27. April 2013 gewann der THW dort mit 29:28 und zog ins VELUX EHF Final4 ein. Was folgten, waren viele weitere packende Partien, in denen aber meist die Ungarn knapp die Nase vorn hatten: Nur zwei der letzten acht Begegnungen entschieden die Kieler für sich, insgesamt hat Telekom Veszprem mit 10:8-Siegen eine positive Bilanz gegen die Schwarz-Weißen.

Telekom Veszprem ist eines der absoluten Top-Teams der VELUX EHF Champions League. Nur einmal in den vergangenen sechs Jahren qualifizierte sich die Mannschaft vom Balaton nicht für das Final-Turnier in Köln, dreimal standen die Ungarn sogar im Finale um Europas Krone. Der ganz große Wurf blieb ihnen in der Saison 2014/2015, als man dem FC Barcelona 23:28 unterlagt, im legendären Finale 2015/2016, als man nach hoher Führung noch im Siebenmeter-Werfen 38:39 gegen Kielce verlor, und auch im Vorjahr allerdings versagt. Gegen den HC Vardar zogen die Magyaren beim 24:27 den Kürzeren und mussten ihren Traum vom europäischen Thron einmal mehr verschieben. "Wir würden gerne endlich die Champions League gewinnen", gab Trainer David Davis deshalb den Sieg in der Königsklasse als oberstes Saisonziel aus, um dann gleich ein wenig auf die Bremse zu treten: "Allerdings gehen sieben, acht Mannschaften mit der gleichen Erwartung in den Wettbewerb - und sie alle haben gute Gründe dafür."

Dennoch: Nicht nur für Niklas Landin ist Telekom Veszprem einer der absoluten Titel-Favoriten. In ihrer 25. Champions-League-Saison will David Davis den Traum von Europas Krone wahr werden lassen. Dafür wurde der eh schon prominente Kader noch einmal exquisit mit Qualität und Breite verstärkt. Denn Davis will, um am Saisonende trotz Königsklasse, SEHA-League, ungarischer Meisterschaft und Pokal noch Körner für die Titeljagd zu haben, auch jüngere Spieler integrieren und die Top-Stars nur in den Top-Duellen spielen lassen. Nicht mehr mit dabei sind Momir Ilic und Laszlo Nagy, die nach der vergangenen Serie ihr Karriereende verkündeten. Beide geben ihr Wissen und ihre unendliche Erfahrung im Club weiter: Nagy als Sportdirektor, Ilic im Trainerstab von Telekom Veszprem. Trotz Ilic' und Nagys Wechsel an die Seitenlinie mangelt es Davis in seinem Kader allerdings nicht an Weltklasse-Alternativen.

Denn einmal mehr war Veszprem einer der aktivsten Clubs auf dem Spielermarkt. Königstransfer Nummer eins dürfte dabei der Wechsel von Rasmus Lauge von der Flensburger Förde an den Balaton sein. Oder ist es der Transfer von Kielce-Torhüter Vladimir Cupara? Oder der prominente Doppelpack aus Rogerio Ferreira und Vuko Borozan vom Champions-League-Sieger HC Vardar? Allein diese vier Namen sorgten für viel Aufsehen in der Handball-Welt, treffen sie doch auf Stars wie Arpad Sterbik, Kentin Mahe, Petar Nenadic, Kent Robin Tönnesen, Dragan Gajic, Andreas Nilsson oder Mate Lekai. Lekai, ungarischer Nationalspieler, ist neben Torhüter-Neuzugang Marton Szekely (Tatabanya) der einzige Ungar im "Stamm-Kader" von Telekom Veszprem, in dem nicht weniger als 16 Nationen vertreten sind. Mit Omar Yahia vom ägyptischen Vorzeige-Club Zamalek, beim Super Globe Gegner des THW Kiel, holte Davis zudem ein Riesen-Talent aus der von ihm ebenfalls betreuten ägyptischen Nationalmannschaft zu seinem Club.

Ihre Ansprüche auf Europas Thron untermauten die Veszpremer gleich zum Gruppenphasen-Auftakt. Motor Zaporozhye wurde vom Tempohandball der Ungarn schier überrollt und mit einer 28:40-Klatsche auf die Heimreise geschickt. Die Kieler stehen am Samstag also vor einer Herkulesaufgabe in einer der schwersten, lautesten und stimmungsvollsten Auswärts-Arenen der Welt. Die Begegnung in der Gruppe B der VELUX EHF Champions League wird von Ivan Pavicevic und Milos Raznatovic aus Montenegro geleitet, als EHF-Delegierter ist der Norweger Oyvind Togstad nominiert.  Auf geht's nach Veszprem, Kiel!

 

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19.10.2019 17:00
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HC Meshkov Brest - KS Vive Tauron Kielce 27 : 31
19.10.2019 17:15
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Montpellier HB - THW Kiel 30 : 33
19.10.2019 17:30
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Telekom Veszprém - HC Vardar 39 : 30
19.10.2019 18:00
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IFK Kristianstad - Chekhovskie Medvedi 36 : 28
19.10.2019 20:00
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FC Barcelona Lassa - Paris Saint-Germain Handball 19 : 15
Letzte Aktualisierung: 19.10.2019 21:32:39
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